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Saugroboter die Treppen steigen: Alle Modelle 2026 im Überblick

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Saugroboter die Treppen steigen: Alle Modelle 2026 im Überblick

Saugroboter klettert eine Holztreppe hinauf

Saugroboter gehören längst zum Alltag in vielen Haushalten. Sie navigieren zuverlässig durch Zimmer, weichen Möbeln aus und kehren selbstständig zur Ladestation zurück. Doch an einer Stelle ist seit jeher Schluss: der Treppe. Wer ein mehrstöckiges Haus besitzt, braucht entweder einen Saugroboter pro Etage oder trägt das Gerät von Hand hoch und runter. Das könnte sich 2026 ändern. Gleich vier Hersteller arbeiten an Lösungen, die einen Saugroboter Treppen steigen lassen – mit sehr unterschiedlichen Ansätzen. Wir schauen uns alle vier Modelle an.

Warum ist Treppensteigen für Saugroboter so schwer?

Auf den ersten Blick wirkt es simpel: Ein Roboter muss eine Stufe hochkommen. In der Praxis ist das eine der größten Herausforderungen in der Haushaltsrobotik. Normale Saugroboter rollen auf zwei Antriebsrädern und einer Lenkrolle – damit überwinden sie maximal Türschwellen von ein bis zwei Zentimetern. Eine typische Treppenstufe ist aber 15 bis 20 Zentimeter hoch. Das ist eine völlig andere Dimension.

Dazu kommt das Gewicht. Moderne Saugroboter mit Wischfunktion wiegen oft über vier Kilogramm. Dieses Gewicht kontrolliert über eine Stufenkante zu heben, ohne umzukippen oder abzustürzen, erfordert ausgefeilte Mechanik und Sensorik. Hinzu kommen unterschiedliche Treppenformen – gerade Treppen, Wendeltreppen, L-förmige Varianten –, verschiedene Oberflächenmaterialien wie Holz, Fliesen oder Teppich, und das Thema Sicherheit. Ein Roboter, der auf der Treppe die Balance verliert, wird zum Geschoss.

All das erklärt, warum es trotz jahrelanger Entwicklung bis 2026 gedauert hat, bis die ersten ernstzunehmenden Konzepte für treppensteigender Saugroboter auf den Markt drängen. Die vier Hersteller gehen das Problem dabei grundverschieden an.

Roborock Saros Rover: Der Kletterer mit Rad-Beinen

Der Roborock Saros Rover verfolgt den ambitioniertesten Ansatz im Feld. Statt ein separates Transportmodul zu nutzen, hat Roborock dem Saugroboter selbst das Klettern beigebracht. Die Basis bildet eine Rad-Bein-Architektur: Zwei Rad-Beine lassen sich unabhängig voneinander heben und senken. Der Roboter rollt an eine Stufe heran, lässt sich auf die nächste Stufe fallen, zieht die Beine nach und richtet sich wieder auf.

Das Besondere: Der Saros Rover reinigt die Treppe dabei Stufe für Stufe. Er ist das einzige Modell im Vergleich, das die Stufen tatsächlich saugt – alle Konkurrenten transportieren den Roboter lediglich zwischen den Etagen. Außerdem bewältigt er laut Roborock nicht nur gerade Treppen, sondern auch Wendeltreppen, teppichbelegte Stufen und abgerundete Stufenvorderkanten. In Demonstrationen schaffte er vier Stufen in unter einer Minute.

Der Haken: Der Saros Rover wurde auf der CES 2026 als Konzept vorgestellt. Technische Daten wie Saugkraft, Akkulaufzeit oder maximale Stufenhöhe sind nicht bekannt. Ein Marktstart-Termin existiert nicht. Es ist das vielversprechendste, aber auch das am wenigsten greifbare Modell.

Dreame Cyber X: Raupentransport mit Rekord-Akku

Vier verschiedene Technologien zum Treppensteigen im Vergleich

Dreame setzt beim Cyber X auf ein zweiteiliges System: den Saugroboter selbst und eine separate Transporteinheit mit dem Namen Bionic QuadTrack. Diese Einheit nutzt Raupenketten, um die Treppe zu erklimmen. Der Saugroboter koppelt sich selbstständig an, wird kontrolliert hochgefahren und oben wieder abgesetzt. Der gesamte Vorgang läuft vollautomatisch.

Technisch ist der Dreame Cyber X am weitesten spezifiziert. Die maximale Stufenhöhe liegt bei 25 Zentimetern, die Klettergeschwindigkeit bei bis zu 20 cm/s. Besonders beeindruckend ist das Akku-Konzept: Sowohl der Saugroboter als auch das QuadTrack-Modul haben jeweils einen 6.400-mAh-Akku. Laut Dreame reicht das für bis zu fünf Etagen ohne Nachladen – ein Wert, der die Konkurrenz deutlich übertrifft.

Das Smart 3DAdapt Vision System erkennt Stufenhöhe, Stufentiefe und Neigungswinkel in Echtzeit. Drei unabhängige Bremseinheiten und haftstarke Gummilaufflächen sollen für Sicherheit auf verschiedenen Oberflächen sorgen.

Die Einschränkungen: Der Cyber X reinigt die Treppe selbst nicht. Die Transporteinheit bringt den Saugroboter nur von A nach B. Wendeltreppen werden nicht unterstützt, und das System ist nicht abwärtskompatibel – wer bereits einen Dreame-Saugroboter besitzt, kann das QuadTrack-Modul nicht einfach nachrüsten. Vorgestellt wurde der Prototyp auf der IFA 2025, der Marktstart wird frühestens 2026 erwartet.

eufy MarsWalker: Die vielseitige Plattform

eufy, die Robotik-Marke von Anker, geht mit dem MarsWalker einen ähnlichen Weg wie Dreame: Eine externe Transportplattform übernimmt das Treppensteigen. Der MarsWalker nutzt vier unabhängig steuerbare Arme und ein raupenähnliches Antriebssystem. Der Saugroboter fährt selbstständig in die Plattform hinein, wird Stufe für Stufe nach oben transportiert und oben wieder freigelassen.

Der größte Vorteil des MarsWalker liegt in seiner Treppenerkennung. Das System erstellt eine 3D-Karte der Umgebung und erkennt autonom verschiedene Treppenformen: gerade, L-förmig und U-förmig. Das kann keiner der anderen Kandidaten. Die autonome Wegeplanung soll dafür sorgen, dass der Saugroboter mehrere Etagen komplett selbstständig abarbeiten kann – inklusive Rückkehr zur Basisstation.

Kompatibel ist der MarsWalker mit dem eufy S2 Omni, einem Saugroboter mit integrierter Wischwalze. Allerdings gibt es hier Unsicherheiten: Der Vorverkauf des S2 Omni wurde laut eufy „vorübergehend pausiert für letzte Optimierungen". Und eufy hat beim Thema Treppen bereits Vertrauensvorschuss verspielt – der 2024 auf Kickstarter gestartete MIGO Ascender erreichte nur 2,4 der angepeilten 5 Millionen Dollar und wurde nicht realisiert.

Auch der MarsWalker reinigt die Treppe nicht selbst. Er ist eine reine Transportlösung. Vorgestellt auf der IFA 2025, soll er 2026 auf den Markt kommen.

MOVA Zeus 60: Das Hebebühnen-Prinzip

MOVA verfolgt den mechanisch einfachsten Ansatz. Der Zeus 60 nutzt ein Gestell mit ausfahrbaren Füßen, das nach dem Hebebühnen-Prinzip funktioniert: Die Füße fahren aus, heben den Roboter auf die nächste Stufe, fahren wieder ein, der Roboter rollt vor – und das Ganze wiederholt sich.

Das Konzept hat den Vorteil der Einfachheit. Es gibt keine Raupenketten, keine komplexe Rad-Bein-Mechanik. Die maximale Stufenhöhe liegt bei 25 Zentimetern, was für standard Wohnhaustreppen ausreicht. Die Bewegungen sind ruhig und kontrolliert.

Der Nachteil zeigt sich beim Tempo. Bei einer Demonstration auf der IFA 2025 brauchte der Zeus 60 über zwei Minuten für vier Stufen. Im direkten Vergleich: Der Roborock Saros Rover schafft das Gleiche in unter einer Minute. Für eine komplette Treppe mit 13 oder mehr Stufen würde der MOVA-Ansatz über sechs Minuten dauern – pro Richtung.

Wie bei Dreame und eufy reinigt auch der MOVA Zeus 60 die Treppe nicht. Er ist ein reines Transportmodul für gerade Treppen. Der aktuelle Status ist Konzeptphase, vorgestellt auf der IFA 2025, mit einem möglichen Marktstart frühestens 2026.

Alle Modelle im Vergleich

ModellHerstellerTechnologieMax. StufenhöheReinigt Stufen?VerfügbarkeitPreis
Saros RoverRoborockRad-Bein-Architektur (integriert)k.A.✅ JaKonzept (CES 2026)k.A.
Cyber XDreameBionic QuadTrack / Raupen (extern)25 cm❌ NeinPrototyp, frühestens 2026k.A.
MarsWalkereufy (Anker)Raupen-Plattform mit 4 Armen (extern)k.A.❌ NeinPrototyp, 2026 geplantk.A.
Zeus 60MOVAAusfahrbare Füße / Hebebühne (extern)25 cm❌ NeinKonzept, frühestens 2026k.A.

Fazit: Viel Versprechen, noch wenig Handfestes

Die ehrliche Zusammenfassung: Stand Februar 2026 kann man keinen Saugroboter kaufen, der Treppen steigt. Alle vier Modelle befinden sich in der Entwicklungs- oder Prototyp-Phase. Preise sind bei keinem Hersteller bekannt. Wer heute einen Saugroboter für mehrere Etagen braucht, kommt um den Kauf von zwei Geräten oder das manuelle Tragen nicht herum.

Trotzdem zeigt der Überblick, wohin die Reise geht. Technologisch sticht der Roborock Saros Rover hervor: keine separate Transporteinheit, reinigt die Treppe mit, bewältigt sogar Wendeltreppen. Wenn Roborock das Konzept zur Marktreife bringt, wäre das ein echter Durchbruch. Der Dreame Cyber X überzeugt mit den besten technischen Daten und dem durchdachten Akku-Konzept für bis zu fünf Etagen. Der eufy MarsWalker punktet mit der vielseitigsten Treppenerkennung, muss aber erst beweisen, dass eufy Treppen-Projekte diesmal zu Ende bringt. Und der MOVA Zeus 60 ist zwar simpel, aber schlicht zu langsam.

Eines zeichnet sich ab: 2026 wird das Jahr, in dem das Thema Saugroboter Treppen steigen von der Wunschliste in die Realität rückt. Ob als integrierte Lösung oder mit Transportmodul – die technischen Grundlagen stehen. Jetzt müssen die Hersteller liefern. Wir halten euch auf dem Laufenden, sobald Preise, Termine oder Testgeräte auftauchen.