

Wer einen Mähroboter besitzt, kennt das Problem: Der Rasen sieht großflächig top aus, aber an Mauern, Zäunen und Beeteinfassungen bleibt ein ungemähter Streifen stehen. Der Grund ist simpel – das Mähwerk sitzt mittig unter dem Roboter und kommt nicht bis an die Kante. Ergebnis: Man greift trotzdem regelmäßig zum Rasentrimmer. Damit soll jetzt Schluss sein. ECOVACS hat am 12. Februar 2026 vier neue GOAT-Mähroboter vorgestellt, von denen drei einen integrierten Kantentrimmer mitbringen. Das ist neu – und könnte die Spielregeln im Mähroboter-Markt verändern.
Das Kantenschnitt-Problem: Warum alle Mähroboter bisher scheiterten
Das Grundproblem ist bauartbedingt und betrifft praktisch alle Mähroboter auf dem Markt – egal ob günstig oder teuer. Die rotierenden Messerscheiben sitzen aus Sicherheitsgründen mittig unter dem Gehäuse. Dadurch bleibt je nach Modell ein Streifen von mehreren Zentimetern an jeder Rasenkante unberührt. Selbst die besten Modelle von Husqvarna, Worx oder ECOVACS selbst konnten dieses Problem bisher nicht lösen. Wer einen perfekten Rasen wollte, musste nach dem Roboter trotzdem mit dem Trimmer ran.
Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber in der Praxis der Hauptgrund, warum sich viele Gartenbesitzer nicht zu 100 Prozent auf ihren Mähroboter verlassen können. Es ist die letzte Baustelle auf dem Weg zur vollautomatischen Rasenpflege.
Die Lösung: TruEdge – ein Rasentrimmer am Mähroboter

ECOVACS nennt die Lösung TruEdge. Im Grunde hat man dem Mähroboter einen seitlich montierten Rasentrimmer spendiert – mit den typischen Kunststofffäden, wie man sie vom klassischen Akku-Rasentrimmer kennt. Das System ist durch eine Kunststoffabdeckung und Borsten geschützt, sodass weder Finger hineinkommen noch Gras unkontrolliert wegfliegt.
Der Roboter erkennt über seine Navigation automatisch, wo die Rasenkanten verlaufen, und aktiviert den TruEdge-Trimmer genau dort. Mähen und Trimmen passiert dabei gleichzeitig – kein separater Durchgang nötig. Egal ob gerade Mauer oder geschwungene Beetkante: Der Roboter passt sich an.
Das System ist in drei der vier neuen GOAT-Modelle verbaut – den drei LiDAR-PRO-Varianten. Nur der kleinste, der GOAT O600 RTK, verzichtet darauf.
Die neuen Modelle im Überblick
ECOVACS bringt insgesamt vier neue GOAT-Mähroboter. Alle arbeiten ohne Begrenzungskabel und sind seit dem 12. Februar 2026 im Handel erhältlich (der A3000 folgt etwas später). Hier die Übersicht:
GOAT O600 RTK – Der Einstieg für kleine Gärten
- Fläche: bis 600 m²
- Navigation: TrueMapping 2.0 Multi-Fusion RTK (± 2 cm)
- Hinderniserkennung: KI-Kamera + AIVI
- Kantenschnitt: Nein
- Steigung: bis 45 %
- Passagen: ab 70 cm Breite
- UVP: 649 €
Der O600 ist der Nachfolger des beliebten GOAT O500 Panorama und bekommt als wichtigstes Upgrade eine RTK-Navigation zusätzlich zur Kamera. Die Positionsgenauigkeit von rund zwei Zentimetern ist für diese Preisklasse beeindruckend. Keinen TruEdge-Trimmer – wer Kantenschnitt will, muss mindestens zum O1200 greifen.
GOAT O1200 LiDAR PRO – Der Sweet-Spot
- Fläche: bis 1.200 m²
- Navigation: HoloScope 360 Dual-LiDAR (± 2 cm)
- Hinderniserkennung: AIVI 3D (200+ Objektarten)
- Kantenschnitt: TruEdge Trimmer ✓
- Schnittsystem: Doppelklingenscheiben
- Steigung: bis 45 %
- Passagen: ab 80 cm Breite
- Schnellladung: Ja
- UVP: 999 €
Für die meisten Gärten dürfte der O1200 die beste Wahl sein. Er kombiniert den neuen Kantentrimmer mit der Dual-LiDAR-Navigation und Doppelklingen – und das für unter 1.000 Euro. Die AIVI-3D-Hinderniserkennung identifiziert über 200 Objektarten, darunter auch kleine Tiere.
GOAT A1600 LiDAR PRO – Die gehobene Mittelklasse
- Fläche: bis 1.600 m²
- Navigation: HoloScope 360 Dual-LiDAR (± 2 cm)
- Hinderniserkennung: AIVI 3D
- Kantenschnitt: TruEdge Trimmer ✓
- Schnittsystem: 32-V-Plattform mit Doppelklingenscheiben
- Steigung: bis 50 %
- Hindernishöhe: bis 4 cm
- Passagen: ab 90 cm Breite
- Schnellladung: Ja
- UVP: 1.499 €
Der A1600 bringt gegenüber dem O1200 eine stärkere 32-Volt-Plattform mit, die bei dichtem oder feuchtem Gras ein spürbar besseres Schnittbild liefern soll. Die höhere Rotationsgeschwindigkeit macht den Unterschied. Außerdem schafft er steilere Hänge (50 % statt 45 %) und überwindet höhere Hindernisse.
GOAT A3000 LiDAR PRO – Das Flaggschiff
- Fläche: bis 3.000 m²
- Navigation: HoloScope 360 Dual-LiDAR (± 2 cm)
- Hinderniserkennung: AIVI 3D
- Kantenschnitt: TruEdge Trimmer ✓
- Schnittsystem: 32-V-Plattform mit Doppelklingenscheiben
- Akku: 7,5 Ah mit Schnellladung
- Steigung: bis 50 %
- Hindernishöhe: bis 4 cm
- Passagen: ab 90 cm Breite
- UVP: 2.299 €
Für sehr große Grundstücke. Der A3000 hat den größten Akku (7,5 Ah) mit Schnellladefunktion und kann dank der zwei Mähscheiben enorme Flächen effizient bearbeiten. Interessant auch für Nachbarschaften, die sich einen Mähroboter teilen wollen. Dieses Modell ist im Handel bislang noch nicht überall verfügbar.
Was ist neu gegenüber der alten Generation?
Die wichtigsten Neuerungen der 2026er GOAT-Serie auf einen Blick:
- TruEdge Kantenschnitt – Das offensichtliche Highlight. Erstmals vollautomatische Kantenbearbeitung bei einem Mähroboter.
- Dual-LiDAR statt RTK – Die drei PRO-Modelle setzen auf HoloScope 360 mit zwei Lasern (oben + vorne). Das verbessert sowohl die Navigation als auch die Hinderniserkennung deutlich gegenüber der reinen RTK-Lösung.
- AIVI 3D – Die KI-basierte Hinderniserkennung erkennt jetzt über 200 Objektarten, inklusive kleiner Tiere.
- 32-V-Plattform – Die A-Modelle bekommen ein stärkeres Antriebssystem für bessere Schnittleistung bei schwierigen Bedingungen.
- Schnellladung – Alle LiDAR-PRO-Modelle laden deutlich schneller als die Vorgänger.

Dual-LiDAR: Warum zwei Laser besser sind als einer
Ein oft übersehenes Detail: Die neuen PRO-Modelle haben nicht nur einen LiDAR-Sensor auf der Oberseite (wie man es von Saugrobotern kennt – mehr dazu in unserer Saugroboter-Übersicht), sondern einen zweiten Laser an der Vorderseite. Dieser hilft bei der Hinderniserkennung und ermöglicht eine deutlich präzisere Kartierung der Rasenkanten. Die Kombination aus Draufsicht und Frontsicht macht die Navigation robuster und genauer als bei der vorherigen RTK-basierten Lösung. ECOVACS nennt das System HoloScope 360.
Die Positionsgenauigkeit liegt bei allen Modellen bei rund ± 2 cm. Damit erkennt der Roboter die Rasenkante zuverlässig genug, um den TruEdge-Trimmer gezielt einzusetzen – ein entscheidender Punkt, denn ein ungenaues Trimmen an der Kante wäre schlimmer als gar keines.
Preisübersicht
| Modell | Fläche | Kantenschnitt | UVP |
|---|---|---|---|
| GOAT O600 RTK | 600 m² | Nein | 649 € |
| GOAT O1200 LiDAR PRO | 1.200 m² | Ja | 999 € |
| GOAT A1600 LiDAR PRO | 1.600 m² | Ja | 1.499 € |
| GOAT A3000 LiDAR PRO | 3.000 m² | Ja | 2.299 € |
Alle Modelle sind seit dem 12. Februar 2026 in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich. Beim GOAT O600 RTK gibt es zum Launch vier kostenlose Ersatzklingen dazu.
Fazit: Echter Fortschritt oder Marketing?
Der TruEdge-Kantenschnitt ist kein Gimmick. Es ist das Feature, auf das Mähroboter-Besitzer seit Jahren warten. Die Umsetzung mit Kunststofffäden – also die gleiche bewährte Technik wie bei jedem Rasentrimmer – klingt pragmatisch und funktional. ECOVACS ist damit der erste große Hersteller, der das Kantenproblem direkt am Gerät löst.
Ob das im Alltag genauso gut funktioniert wie versprochen, müssen Langzeittests zeigen. Interessant wird vor allem, wie sich die Fäden bei unterschiedlichen Kantenarten schlagen – Rasenkantensteine, Beetbegrenzungen aus Metall oder raue Mauern dürften unterschiedlich anspruchsvoll sein.
Preislich positioniert sich ECOVACS fair. Der O1200 LiDAR PRO für 999 Euro mit Kantenschnitt und Dual-LiDAR bietet ein starkes Gesamtpaket. Wer keinen Kantenschnitt braucht, bekommt mit dem O600 RTK für 649 Euro einen soliden Einstieg in die drahtlose Mähroboter-Welt.
Eines ist klar: 2026 wird das Jahr, in dem Mähroboter endlich erwachsen werden. Der letzte Grund, noch selbst im Garten zu stehen, fällt weg – zumindest wenn ECOVACS sein Versprechen hält.